Bildungstage und Bildungsurlaub: Warum wir beides brauchen!

Was wäre, wenn wir 5 aufeinanderfolgende Tage bezahlten Urlaub für Weiterbildung – die den meisten Angestellten (w/m/d) pro Kalenderjahr heute schon zustehen – auf 5 Bildungstage aufteilen könnten. Fünf Tage, vollkommen frei über das Kalenderjahr verteilt. Fünf Tage, an denen wir uns so weiterbilden, wie es für jeden von uns am besten erscheint bzw. ist.

Warum sollten wir uns auf 5 Bildungstage statt eine Bildungswoche einlassen?

Nun, weil es einfach ist. Einfacher im Vergleich zum Planen und Abstimmen von einer Woche klassischen Bildungsurlaub. Ein Tag „Bildung“ – der kann leicht geplant und flexibel genommen werden. Ein Tag „Bildung“ – der ist schnell und meistens problemlos mit dem Team und der/dem Chef:in abgestimmt.

Einfach – ja, aber auch sinnvoll? Denn sofort kommt die Frage auf:
Wie bilde ich mich an 5 bezahlten Urlaubstagen, verteilt über das Jahr, weiter?
Die Antworten werden ganz sicher vielfältig sein.  Und das ist ein zweiter, zentraler Vorteil dieses Bildungsansatzes.

Unter den Ideen für die Gestaltung der 5 Bildungstage werden ganz sicher viele sein, die keine bzw. kaum externe Kosten, wie beispielsweise Teilnahmegebühren oder Kurskosten, nebst Kosten für An-/Abreise und Übernachtung aufweisen. Jene Kosten, die bei den meisten Angeboten für eine Woche klassischen Bildungsurlaub anfallen und vom „Bildungsurlauber“ selbst zu tragen sind (an dieser Stelle sei der Verweis auf Bildungsurlauber erlaubt, einer nützlichen und informativen Anwendung zum Finden, Planen und Vorbereiten von Bildungsurlauben).

Was würde ich tun, wenn ich 5 Bildungstage im Jahr bezahlt bekomme?

Wenn ich mich jetzt, heute entscheiden müsste, dann würde ich mir ein Buch zum Thema „kollegiale Fallberatung“ kaufen und zunächst theoretisch auf den aktuellen Stand der Dinge in Sachen „kollegialer Fallberatung“ bringen .
1-2 (Bildungsurlaub-)Tage gehen da bei mir drauf, denn ich würde zwischendrin immer mal wieder im Web surfen, Artikel zum Thema lesen, Videos anschauen und Interviews mit Expertinnen anhören.

1-2 weitere Tage würde ich nutzen, um mein angelesenes Wissen anzuwenden. Wie?
Beispielsweise „pro bono“ für meine ehrenamtlichen Vorstandskolleg:innen der vielen Vereine an meinem Wohnort. Wir sind „im Geiste“ gleich, wollen die Gemeinschaft in unserem schönen Dorf fördern und haben dabei dieselben Herausforderungen und Problemstellungen: Zu viel „Papierkram“, ausufernde Bürokratie, immer größere Mühe junge Menschen für das Ehrenamt zu begeistern und immer höhere Ansprüche von Ämtern und Behörden beim Organisieren von Veranstaltungen. Ein hervorragender  Anwendungsfall, mit dem es mir gelingen wird mein theoretisches Wissen in Sachen „kollegialer Fallberatung“ anzuwenden, zu vertiefen und so erste praktische Erfahrungen zu sammeln.

Bleibt noch 1 Tage über. Wie könnte ich den nutzen? Ich vermute ich verbringe diesen Tag in einem Coworking-Spaces. Dort arbeite ich in Gemeinschaft zum Beispiel an einem Beitrag zum Thema „kollegiale Fallberatung“ für meinen Blog. Ich suche mir einen Coworking-Space, in dem viele (Unternehmens-)Berater:innen arbeiten. So kann ich „zwischendrin“, im Austausch mit anderen Coworker:innen bei einer Tasse Kaffee über „mein“ Thema erzählen, meine Geschichten und Erfahrungen aus den Sitzungen mit meinen Vereinskolleg:innen teilen und im Gespräch  weitere, wertvolle Tipps mitnehmen.

Und schon sind sie um: Meine ersten 5 Tage Bildungszeit an 5 zusätzlichen, bezahlten Urlaubstagen.
Wenn ich drüber nachdenke, dann wären das ganz wundervolle und zugleich wertvolle 5 Tage. Im Ergebnis habe ich Neues gelernt, neue Fertigkeiten aufgebaut, tolle Menschen kennengelernt und einen Beitrag für die Gemeinschaft geleistet. Wunderbar. Ich kann es kaum erwarten, genauso meine ersten 5 Bildungstage zu gestalten.

Was würden Sie tun, wenn Sie fünf bezahlte Urlaubstage für 5 Bildungstage im Jahr bekommen?

Denken Sie bitte kurz nach. Ich höre es rattern – sehr gut.
Und ich ahne, dass die Antworten vielfältig sein werden. Sowohl thematisch-fachlich vielfältig als auch von der Art und Weise der gewählten Weiterbildungsformate.

Nicht jeder von Ihnen wird an seinen Bildungstagen ein Buch lesen. Nur wenige werden die Chance haben theoretisches, neues Wissen sofort anzuwenden. Einige, aber bei weitem nicht alle, werden es mögen Bildungstage in einem Coworking-Space zu verbringen, um mit anderen Coworker:innen in den (fachlichen) Austausch zu kommen. Und durchaus viele, vielleicht sogar die meisten, werden sich für ein Seminar oder Training entscheiden.

Und genau das ist es, das den Ansatz der 5 Bildungstage so attraktiv und wirksam macht:

Wir entscheiden und gestalten selbst, wie, wann, wo und mit wem wir uns weiterbilden und weiterentwickeln!

Und ja natürlich, wir können diese 5 Tage für klassische Bildungsurlaube, mit 5 Bildungstagen am Stück, einsetzen. Warum denn nicht? 5 Bildungstage und Bildungsurlaub, diese beiden Ansätze ergänzen sich. Kein entweder oder – stattdessen ein sowohl als auch!

So vielfältig wie wir Menschen nun mal sind – so vielfältig sollten wir uns weiterbilden können!

Wenn wir uns von der klassischen aber recht eng geregelten Bildungswoche lösen, dann werden wir eine enorme Vielfalt erleben. Wir werden zigtausende Kombinationen von Weiterbildungsthemen und gewählten Bildungsformaten sehen.

Wir werden zigtausende Varianten in der Gestaltung der 5 Bildungstage erleben. Und wir werden, auch da bin ich mir sicher, Websites bekommen, auf denen „Bildungsurlauber“ darüber berichten, wie sie ihre 5 flexiblen Bildungstage gestaltet haben – zeitlich, inhaltlich, strukturell und (auto-)didaktisch.

Im Ergebnis werden wir mit diesem ergänzenden Ansatz dazu beitragen, dass die Anzahl an Menschen, die bezahlte Urlaubstage für Weiterbildung einsetzen, deutlich ansteigt. Und somit werden wir einen wertvollen Beitrag zu mehr Leistungsfähigkeit, -motivation, Kreativität und Innovationsfreudigkeit leisten.

Was wollen wir mehr. Auch ja: Wir wollen es mal ausprobieren!
Oder nein, lieber abwarten, bis wir das politisch und rechtlich „geregelt“ bekommen? Bis wir 5 bezahlte Urlaubstage für Bildung – zeitlich und inhaltlich flexibel und selbstbestimmt gestaltet – arbeitsrechtlich umgesetzt bekommen?

Thorsten Wilhelm

Thorsten Wilhelm

Nein, bitte nicht. Lassen Sie uns nicht warten.
Lassen Sie es uns einfach machen, ausprobieren, Erfahrungen sammeln und stetig nachjustieren. Gern, sehr gern biete ich an dazu mit Ihnen in den Austausch zu gehen, Erfahrungen und Ideen zu teilen und Sie „kollegial zu beraten“ – nun, da ich das bald auch gelernt haben werde.

Sprechen Sie mich einfach an.

P.S.: Fast vergessen – die Vertrauensfrage!
Wie kann man Dritten – also dem Team, den Kolleg:innen und Vorgesetzten (w/m/d) – „belegen“, dass die 5 Tage für Weiterbildung genutzt wurden?
Dass man dabei erfolgreich war, Wissen aufbaute oder neue Fertigkeiten erlangte?
Dass man seine (Bildung-)Ziele erreichte? Und die 5 Tage „on Top“ nicht einfach nur zur Erholung und für seine Hobbys nutzte?

Die Antwort: Das läßt sich nicht belegen. Indirekt aber erkennen.
Beispielsweise daran, dass man seine Aufgaben im Job, seine Rolle erfolgreicher ausübt. Zufriedener mit der eigenen Leistung ist. Ziele schneller erreicht und öfter Erfolge einfährt. Gerne und lange tut, was man tut. Öfter gelobt wird.
Und das, das kann man sehr wohl erleben und erkennen – und somit auch indirekt „belegen“,  dass die Bildungstage mit Erfolg zur persönlichen Weiterentwicklung genutzt wurden. Erkennen und belegen – ganz ohne Zertifikat oder Teilnahmebescheinigung. Wundervoll!

 

 

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