Am 10. November 2016 findet der World Usability Day (kurz: WUD) statt. Zum zweiten Mal wählten die Organisatoren dieses weltweiten Aktionstages das Schwerpunktthema „Sustainable User Experience“. Und wie drauf abgestimmt analysierte Greenpeace in einer weltweiten Online-Umfrage die Anforderungen und Wünsche an innovative Smartphones (What do people think about their mobile phones?); auch und gerade unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit.

Die Umfrage, ein Teilprojekt der True Innovation Campaigne, gibt Hoffnung auf eine Zukunft, in der wir unsere Smartphones weniger oft werden austauschen wollen, selbst reparieren können und zudem (endlich) wieder Akkulaufzeiten haben werden, die an jene der guten, alten Handys heranreichen.

Wie denken Verbraucher über den Smartphone Markt?

Für die Studie ließ Greenpeace 6.000 Menschen in Deutschland, Russland, Südkorea, Mexiko, China und in den USA befragen.

Zentrale Themen der Einstellungsumfrage waren:

  • Arbeitsbedingungen in der Produktion
  • Reparierbarkeit
  • Intelligentes Design
  • Energieverbrauch
  • Wiederverwendbarkeit der Materialien und Geräte.

Weltweit vereint die Verbraucher Unmut über die schnelle Einführung neuer Modelle. Sie sind der Meinung, dass weniger oft neue Geräte auf den Markt kommen sollten. Immerhin jeder Dritte gab zugleich jedoch an, dass er sich schon einmal ein neues Smartphone kaufte, obwohl sein vorhandenes noch voll funktionsfähig war.

36% der befragten Verbraucher in China haben schon einmal ihr Smartphone repariert, die wenigsten davon jedoch selbst. Deutsche Smartphone Besitzer haben kaum Reparaturerfahrung: Nur 9% reparierten schon einmal ein defektes Gerät, 98% davon jedoch nicht selbst.

In fast allen Ländern besteht der Wunsch Smartphones einfacher und auch selbst reparieren zu können. Das gaben 4 von 5 Befragte zu Protokoll.

Einig sind sich die Verbraucher auch darin, dass eine lange Akkulaufzeit ein entscheidendes Kaufkriterium ist. 90% wünschen sich Smartphones die „für die Ewigkeit gestaltet“ sind. Fast genauso viele fordern bei der Produktion von Smartphones keine giftigen Chemikalien einzusetzen.

Wunsch und Realität – noch besteht eine große Diskrepanz zwischen Wünschen, Meinungen und dem tatsächlichen Verhalten! Während sich die meisten Verbraucher fair hergestellte, einfach zu reparierende und energieschonende Geräte wünschen, tauschen sie jedoch viel zu schnell ihr Smartphone gegen ein neueres Gerät aus und reparieren beschädigte Geräte selten.

Die Studie macht dennoch Hoffnung. Hoffnung auf eine Zukunft, in der mehr Smartphones angeboten werden, die

  • fair hergestellt werden,
  • eine hohe Lebensdauer haben und
  • einfach zu reparieren sind.

Der Markt und die Zielgruppe(n) für solche Smartphones sind vorhanden. Das sollte auch all jenen Herstellern die bereits heute auf Nachhaltigkeit setzen, wie beispielsweise Fairphone, Mut machen weiter in ihre Produkte und deren Vermarktung zu investieren.

Ich hoffe sehr, dass wir auf dem World Usability Day 2016 viele (weitere) gute Produktideen und Beispiele für eine „Sustainable User Experience“ in zahlreichen Produktfeldern kennenlernen werden, und freue mich daher sehr auf meinen Besuch des WUD in Hamburg.