Bequemlichkeit – was genau bedeutet das beim Kauf von Produkten des täglichen Bedarfs? Die Bedeutung von „Shopping Convenience“ hat ganz sicher viele Facetten. Und Extreme.

Einkaufen mit Stress

Kein Vergnügen: Eiliges Einkaufen im Supermarkt

Bequemlichkeit, rein definitorisch, bedeutet: „Vorhandensein angenehmer Gefühle auf Grund der Anwesenheit bestimmter Gegenstände, Geräte und Einrichtungen“. Für die meisten von uns sollte die höchste Bequemlichkeit beim Einkaufen von Lebensmittel dann erreicht sein, wenn sie diese Aussage treffen können:

Einkaufen? Das machen andere für mich!

Ich denke im Kontext von Bequemlichkeit beim Einkaufen gern an meine Jugend zurück. Schulzeit. Mama machte damals alle Einkäufe für die Familie. Wünsche wurden geäußert, meist beachtet und erfüllt. Es blieb viel Zeit für andere Dinge. Für mich die perfekte Situation hinsichtlich dem Aspekt: Bequemlichkeit.

Mit inzwischen 45 Jahren und einer eigenen Familie finde ich einkaufen, nun selbst einkaufen gehen, weiterhin bequem. Meine wöchentlichen Besuche bei Edeka, dm, Famila oder Rossmann sind für mich und meine beiden Kinder (2 und 4 Jahre) etwas Besonderes. Wir genießen die gemeinsame Zeit, entdecken Neues, Schönes, lernen dazu und erfüllen uns oft kleine Einkaufswünsche.

Ist das bequem für mich? Irgendwie schon, ja, aber halt anders als vor 30 Jahren.

Die Bewertung der Bequemlichkeit eines Einkaufs wird also ganz wesentlich bestimmt von der (Lebens-)Situation, den (sich wandelnden) Einstellungen, Gewohnheiten und Anforderungen der jeweiligen Person.

Eine hohe, wahrgenommene Bequemlichkeit für Kunden zu erreichen ist eine wesentliche Zielsetzung eines jeden Händlers. Und das seit Jahrhunderten. Auf Marktplätzen, Märkten und in Läden stellen Händler Produkte zu Sortimenten zusammen, bringen die Waren näher an den Konsumenten heran und vereinfachen somit den Einkauf. Sie präsentieren die Produkte in angenehmer Atmosphäre, inszenieren die Produktpräsentation und beraten den Konsumenten bei der Auswahl.

Diese Handelsfunktionen sind wertvoll, rechtfertigen die Händlerzunft und stellen auch nachvollziehbare Argumente für höhere Preise im Vergleich zum Einkauf direkt beim Hersteller dar. Schaut gut aus, für die Händlerzunft. Sie sind ihr Geld wert. Gilt das auch für die Online-Händler?

Online-Shopping bietet wenig Shopping Convenience

Beim Web-Shopping muss man schon noch recht viel selbst erledigen, um seinen Wocheneinkauf in den Kühlschrank zu bekommen. Lebensmittel online einkaufen, das ist anstrengend und dauert. Probieren Sie es einmal selbst aus.

Und dann ist da ja noch die Lieferung des Wocheneinkaufs. Ist der Einkaufskorb endlich zusammengestellt und der Bestellvorgang beendet, dann sind die Produkte noch nicht im eigenen Heim. Nun steht die Lieferung an, und die, ja die sollte doch auch einfach, komfortabel, flexibel und am besten für den Konsumenten nicht spürbar sein.  Dass wir von dieser Situation noch weit entfernt sind, wissen wir alle.

Wie wünscht sich ein Convenience Shopper die Lieferung von Lebensmitteln?  

Das ist eine spannende Frage. Spannend im Kontext der Bequemlichkeit beim Wocheneinkauf. Für mich ist eine Lösung naheliegend die eng verbunden ist mit Smart Home Systemen und digitalen Sprachassistenten (Voice Shopping mit Amazon Echo).

Eine Verzahnung des Lieferservice mit Smart Home Anwendungen weist deutliche Vorzüge für den Convenience Shopper auf, selbst im Vergleich zu den heute von vielen Experten favorisierten Lösungen:

  • Zustellung im Kofferraum des eigenen Autos,
  • fest installierten Paketkästen oder
  • Paketboxen.

Smart Home Liefersysteme können in Zukunft dem Paketboten den Zugang in das Haus oder die Wohnung ermöglichen, ähnlich wie heute bereits der Zugang zum Kofferraum eines PKWs möglich ist. Per App ließe sich die Schließanlage fernsteuern und der Eingangsbereich der Wohnung per Video überwachen.

Klingelt der Bote, kann der Haus- oder Wohnungsbesitzer ihm über die Smart Home App die Tür öffnen und per Kamera überwachen, wie er das Paket ordnungsgemäß im Flur oder noch bequemer im Kühlschrank ablegt. Die Unterschrift leistet er auf seinem Smartphone, sie wird in Echtzeit an den Lieferanten übermittelt.

Die Lösung verspricht viel in Sachen Bequemlichkeit:

  • Flexibilität
  • Zuverlässigkeit
  • kaum Einschränkung im Zeitfenster
  • kaum Größenbeschränkung der Sendungsgröße
  • geeignet für Lebensmittellieferungen.

Die Anfangsinvestitionen sind hoch, sicher, es braucht viel Vertrauen in den Lieferservice, aber wenn das mal steht, dann ist es doch fast wie früher: „Einkaufen, das machen andere für mich!“.

Fast, denn noch immer haben wir ja den Self-Service beim Zusammenstellen der Lieferung und Bestellvorgang im Web-Shop. Aber hier zeichnen sich mit Amazon Echo, Google Home & Co. bereits heute Lösungen ab, die das Einkaufen auch vor der Lieferung bequem gestalten (Die Amazon Echo NutzerIn: Wer ist sie?).

Shopping Convenience überall. Ist das die Zukunft des Lebensmitteleinkaufs? Für den Convenience Shopper sicher. Wer sie bzw. er ist und wie viele es davon gibt, das bleibt es zu beobachten. Ich bin gespannt und freue mich auf die Entwicklungen der kommenden Monate und Jahre.

Es bleibt spannend in Sachen Convenience Shopping.