Robert Kampe ist ein typischer Vertreter der Generation „WhatsApp“ (oder sollte ich besser von Kohorte sprechen?).

Sein erster Schultag fiel zeitlich ziemlich genau zusammen mit der Geburt des ersten iPhone Modells im Jahr 2007. Das erste Smartphone bekam er 7 Jahre später und erlebte wie die Social Media Plattform Facebook zu bisher unbekannten Zuwächsen in Reichweite und Nutzungsintensität kam.

Messenger (WhatsApp & Co.) und weitere Social Media Plattformen wie Snapchat oder Instagram folgten, und auch YouTube startete richtig durch als Robert begann das Netz über sein erstes Smartphone zu entdecken.

Folglich ist Robert Campe heute, mit 16 Jahren, den ganzen Tag in Online-Bereitschaft und jederzeit motiviert auf Nachrichten und Neuigkeiten zu reagieren. 2 Stunden am Tag offline – denkbar ja, zum Beispiel beim Sport mit Freunden, danach ist das Smartphone aber wieder im Mittelpunkt des Gesehen.

Was treibt Robert Campe um und was genau macht er den ganzen Tag?

Darum geht es in meinem Beitrag heute. Ich habe mit Begeisterung das Buch „What’s App Mama? – Warum wir Teenies den ganzen Tag online sind – und warum das okay ist!“ gelesen und möchte gewonnene Erkenntnisse und Eindrücke zur Generation „What’s App“, der Robert Campe angehört, gern mit Ihnen teilen.

Buchautor Robert Campe im Portrait

Robert Campe in Person: Buchautor und typischer Vertreter der Generation WhatsApp.

Kommen Sie mit mir auf eine Exkursion in Sachen Zielgruppenanalyse und steigern Sie auf diese Weise Ihre Fähigkeit sich in Jugendliche noch ein bisschen besser hineinzuversetzen.

Robert Campe ist …

aufgeklärt und weist eine hohe Medienkompetenz auf. Er nutzt Facebook, Twitter, Snapchat, Instagram, YouTube, ASOS, Zalando, Amazon Music und Prime Video gezielt, je nach Intention und Nutzungskontext. Dabei geht er bewusst, kritisch und äußerst reflektiert vor.

Fernsehen, Radio hören, Zeitung und Zeitschriften lesen, das findet kaum statt. Sehr zum Leid Roberts Eltern. Sie versuchen ihn immer wieder vom Wert einer Zeitung oder Zeitschrift zu überzeugen. Vergebens. Robert hält sich lieber mit Twitter über das Weltgeschehen auf dem Laufenden und versorgt sich über YouTube mit Hintergrundinformationen und Meinungen.

Eins haben beide Generationen gemeinsam: Sie lehnen Werbung ab.

Während Roberts Eltern das eher emotional tun (ohne auf Fernsehen zu verzichten), führt die Ablehnung von Werbung bei Robert zu einer Verhaltensanpassung: Er schaut überhaupt kein Fernsehen, stattdessen nutzt er YouTube und Streaming-Dienste, und meidet, wo immer möglich, Facebook.

Facebook passt nicht zu Robert!

Auf Facebook hat Robert zu wenig Kontrolle über den Inhalt seines Newsfeeds. Er bekommt dort Werbung angezeigt, ohne das zu wollen. Ein No-Go. Hinzu kommt, dass ihn die gebotenen Inhalte, Diskussionen und Fotos oft überhaupt nicht interessieren.

Klar ist auch Robert ab und an auf Facebook unterwegs, jedoch kaum selbst aktiv. Die zunehmende kommerzielle Ausrichtung steigert bei Robert die Ablehnung immer mehr. Geradezu „auf die Palme“ bringt es ihn, dass die Urheber eines Posts auf Facebook nichts von Likes haben, wenn andere den ursprünglichen Post teilen. Robert ist es sehr wichtig, dass die Urheber eines Posts die volle Anerkennung erhalten.

Robert und Facebook – das passt einfach nicht zusammen.

Vielleicht ändern sich seine Einstellung und sein Verhalten mit der Zeit. Für Teenies wie Robert sind jedoch Instagram, WhatsApp und Snapchat deutlich angesagter. Sie mögen die Fokussierung auf den Austausch und die Kommunikation mit Freunden und schätzen, dass sie dort nicht so oft auf Vertreter älterer Generationen treffen.

WhatsApp & Snapchat werden geliebt

In WhatsApp kann Robert steuern über was er mit wem kommuniziert. Seine zahlreichen Gruppen helfen ihm seinen Alltag einfacher zu gestalten und unterstützen ihn beim Vorbereiten auf zum Beispiel Prüfungen, Hausarbeiten und den Unterricht allgemein.

Snapchat bietet Robert noch mehr Kontrolle über eingestellte und angezeigte Inhalte und ist für Robert folglich gesetzt und in den Bezug auf seine verbrachte Online-Zeit auch ganz weit oben.Besonders begeistert ihn das Feature Stories. Damit bekommt er das Gefühl dabei zu sein, ohne selbst vor Ort sein zu müssen.

Neben Erlebnissen und Stories seiner Freunde verfolgt Robert Stories von Events, beispielsweise Fußballspielen oder Konzerten.

Erfolgsfaktor Infotainment

Infotainment – auch darauf steht Robert. Er verfolgt viele YouTube Channels und nutzt deren Angebote intensiv. Lifehacks, Tutorials oder Reviews sind für ihn hilfreich um Kaufentscheidungen vorzubereiten. Ebenso hoch im Kurs: Videos von Spielszenen geschätzter (Online-)Games.

Unbouxing und Hauls stehen dagegen nicht auf seinem Programm bei YouTube  („Mädchenkram“). Pinterest („Pin Your Interest“) hat folglich auch kam Relevanz für Robert. Dieser Dienst gehört nicht zu Robert’s präferiertem Surfrevier.
Zum Glück, bekommt man doch beim Eintauchen in Robert’s Alltag ab und an das Gefühl, dass er kurz vor einem „Burnout“ stehen muss, so viel wie er online und in Reaktionsbereitschaft ist, jede eingehende Nachricht unmittelbar beantwortet und stets auf dem Laufenden ist was in seinen Gruppen gerade diskutiert wird.

Aber diese Sorge ist vollkommen unbegründet. Robert hat die Sache im Griff und unterliegt keineswegs einer Suchtgefahr. Er hat immer wieder Momente, beispielsweise wenn er sich mit Freunden trifft oder Sport treibt, in denen er loslassen kann und sich auf den realen Moment freut.

Und wenn andere, allen voran seine Mutter, der Meinung sind, dass Robert gefährdet ist, dann hilft ein Gespräch. Robert kann dabei stets überzeugen, hat gute Argumente gegen eine Gefährdung aus dem Netz und stellt immer wieder gelungene Vergleiche zwischen der Generation seiner Eltern und deren Eltern an. Auch damals gab’s Konflikte. Die sind einfach gut und nötig, so Roberts unschlagbare Argumentation, um eine Gesellschaft weiterzuentwickeln und als Jugendlicher darin einen Platz zu finden.

Kritische Themen, wie illegale Streams, Shopping oder Spielsucht werden gesehen und Robert akzeptiert auch, dass sich Eltern hier Sorgen machen. Die Lösung sieht Robert aber nicht in Verboten, stattdessen schätzt er den offenen und respektvollen Austausch mit seinen Eltern. Der, zum Glück von Robert, stets stattfindet, konstruktiv ist, jedoch eindeutig von Robert dominiert wird. Er hat einfach die besseren Argumente.

Robert Campe und seine Freunde werden ganz sicher ihren Platz in unserer Gesellschaft finden und diese auch in Zukunft mitgestalten. Und das ist gut so.

Gut und schön wäre es auch, wenn Robert Campe bald ein zweites Buch zum Thema „Apple (iOS) vs. Android“ schreibt. Robert steht auf Android und dessen User Experience. Von Anfang an und ohne Wechselabsichten. Seine Schwester steht dagegen auf Apple. Eine Glaubensfrage, die oft in unauflösbare Streitgespräche führt. Ich würde mich daher über ein Buch von Robert Campe zu diesem Thema sehr freuen, nicht zuletzt um auf diese Weise weitere Einblicke in die Welt und das Leben von Robert Campe und seinen Freunden  zu erhalten.

Ich hoffe Ihnen mit meinem Beitrag spannende Einblicke in die Persona Robert Campe geboten und zugleich Lust und Interesse an mehr gemacht zu haben.

Thorsten Wilhelm, Gründer & geschäftsführender Gesellschafter der eresult GmbH.

Thorsten Wilhelm

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